Pufferspeicher und Warmwasserspeicher im Heizraum eines Bestandsgebäudes

WÄRMEPUMPE IM MEHRFAMILIENHAUS

Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus: Planung, die vor Angebot und Beschluss steht

BBP Engineering in Gräfelfing übernimmt für Hausverwaltungen, Eigentümergemeinschaften und Bestandshalter in München und Oberbayern die Planung der Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus, von der Heizlast bis zur Ausschreibung und Abnahme. Der Einstieg ist ein Heizungskonzept: kompakt ab 1.900 € netto, mit Beschlussvorlage ab 3.900 € netto, jeweils bis zehn Wohnungen und bei einem Folgeauftrag angerechnet.

BBP ENGINEERING · INGENIEURBÜRO IN GRÄFELFING BEI MÜNCHEN

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PLANUNGSUMFANG

Was umfasst die Planung einer Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus?

Ein Angebot beschreibt ein Gerät. Ob es im Haus funktioniert, hängt an Heizflächen, Warmwasser und Aufstellort. Im Mehrfamilienhaus wirkt jede Fehlannahme in allen Wohnungen zugleich, und bezahlt wird sie vom Eigentümer. Deshalb wird die Anlage vor dem Angebot geplant:

Heizlast

Grundlage: DIN EN 12831-1 mit DIN/TS 12831-1, raumweise

Ergebnis: Raum- und Gebäudeheizlast

Systemtemperaturen und Heizflächen

Grundlage: Heizkörperleistung bei geplanter Vorlauftemperatur

Ergebnis: Ziel-Vorlauftemperatur, Liste der zu tauschenden Heizkörper

Warmwasser und Legionellenschutz

Grundlage: DIN EN 12831-3, DVGW-Arbeitsblatt W 551

Ergebnis: Warmwasserkonzept mit Speicher, Zirkulation oder Stationen

Erzeugerkonzept

Grundlage: VDI 4645, Heizlast und Warmwasserbedarf

Ergebnis: Einzelgerät, Kaskade oder bivalente Anlage mit Bivalenzpunkt

Aufstellort und Schall

Grundlage: TA Lärm, LAI-Leitfaden, Herstellerdaten

Ergebnis: Standort, Schallabschätzung, Fundament

Elektro-Schnittstelle

Grundlage: Leistungsaufnahme, § 14a EnWG

Ergebnis: Anschlusswerte für den Elektroplaner

Fernwärme-Prüfung

Grundlage: kommunaler Wärmeplan, Auskunft des Versorgers

Ergebnis: Vergleich Anschluss gegen Wärmepumpe

Hydraulik und Abgleich

Grundlage: ZVSHK-Fachregel, Verfahren B

Ergebnis: Hydraulikschema, Einstellwerte

Vergabe

Grundlage: Leistungsbeschreibung

Ergebnis: Ausschreibung, Angebotsprüfung, Abnahme

Geplant wird nach HOAI in den Leistungsphasen 1 bis 9. Was die einzelnen Phasen in der Haustechnik umfassen, erklärt der Beitrag Leistungsphasen in der TGA.

HEIZFLÄCHEN

Schaffen unsere Heizkörper die niedrige Vorlauftemperatur?

Jedes Kelvin Vorlauftemperatur kostet die Wärmepumpe Effizienz. Ob 50 oder 55 °C reichen, zeigt der Vergleich je Raum: Heizlast gegen Heizkörperleistung bei der geplanten Temperatur. Über das Baujahr der Heizkörper lässt sich daraus wenig ableiten. Die Planung beginnt deshalb beim Raum und endet beim Gerät:

  1. Raumheizlast
  2. Heizfläche je Raum
  3. Systemtemperatur
  4. Volumenstrom und Hydraulik
  5. Leistung des Erzeugers

Wird die Reihenfolge umgedreht und zuerst das Gerät gewählt, bestimmt das Gerät die Temperatur, mit der das Haus danach leben muss. Die Rechenschritte beschreiben die Seiten Heizlastberechnung und hydraulischer Abgleich nach Verfahren B.

WARMWASSER

Wie bleibt das Warmwasser mit der Wärmepumpe hygienisch?

Im Mehrfamilienhaus ist die Trinkwassererwärmung meist eine Großanlage im Sinne des DVGW-Arbeitsblatts W 551. Das sind Anlagen mit mehr als 400 Litern Speicherinhalt oder mehr als 3 Litern Leitungsinhalt bis zur entferntesten Zapfstelle. Für sie gelten mindestens 60 °C am Speicheraustritt, und in der Zirkulation darf das Wasser um höchstens 5 K abkühlen. Für eine Wärmepumpe bedeutet das einen hohen Temperaturhub, und zwar das ganze Jahr.

Das Umweltbundesamt zeigt an einem Beispiel, wie stark das wirkt. Steigt die Warmwassertemperatur mit Zirkulation von 48 auf 60 °C, sinkt die Jahresarbeitszahl für das Warmwasser von 3,22 auf 2,19. Das Beispiel stammt aus einem Einfamilienhaus; im Mehrfamilienhaus ist der Anteil des Warmwassers am Wärmebedarf größer.

Verglichen werden deshalb diese Konzepte:

  • zentraler Speicher mit Zirkulation, ausgelegt auf die Temperaturen der Großanlage,
  • Frischwasser- oder Wohnungsstationen, die das Trinkwasser erst nahe der Zapfstelle erwärmen,
  • dezentrale elektrische Lösungen, wenn der Bedarf klein und die Wege lang sind.

Leistung und Speichervolumen werden nach DIN EN 12831-3 bemessen. Die Trinkwasserinstallation selbst planen wir im Rahmen der Sanitärplanung.

ERZEUGER

Eine große Wärmepumpe, eine Kaskade oder eine bivalente Anlage?

Eine Kaskade aus mehreren Geräten erweitert den Leistungsbereich nach unten. In der Übergangszeit läuft nur ein Gerät, und bei einem Ausfall bleibt ein Teil der Leistung erhalten. Dafür braucht sie eine Regelung, die festlegt, welches Gerät wann für Heizung oder Warmwasser arbeitet.

Eine bivalente Anlage ergänzt die Wärmepumpe um einen zweiten Erzeuger für die Spitzenlast. Im Bestand mit hohen Lasten oder Temperaturen ist sie eine Option, wenn Bivalenzpunkt und Regelstrategie geplant sind. Ein nachträglich danebengestellter Kessel ohne Konzept übernimmt leicht mehr Betriebsstunden als vorgesehen. Die Systemansätze mit Forschungsergebnissen und Rechenbeispielen vergleicht der Artikel Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus.

AUFSTELLORT, SCHALL, ELEKTRO

Wo kann die Wärmepumpe stehen, und was hören die Nachbarn?

Für ein Außengerät werden zuerst Fläche und Fundament geprüft, dann Abstände und Kondensatablauf. Bei Geräten mit dem Kältemittel Propan (R290) kommen die Schutzbereiche nach Herstellerangabe hinzu. Auf dem Dach ist die Statik zu klären, bei einer Aufstellung im Keller die Wärmequelle.

Schall wird nach der TA Lärm beurteilt. Nachts gelten am maßgeblichen Immissionsort 40 dB(A) im allgemeinen und 35 dB(A) im reinen Wohngebiet. Im Mehrfamilienhaus liegen die Schlafzimmer der eigenen Bewohner oft näher am Gerät als das Nachbarhaus, deshalb bewerten wir beide.

Schnittstelle Elektro

Eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus verändert den Hausanschluss. Die elektrische Leistungsaufnahme von Wärmepumpe und Heizstab wird von uns ermittelt, die Anschlusswerte gehen an den Elektroplaner, der Hausanschluss und Zählerplatz plant. Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung gelten seit 2024 als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG und werden beim Netzbetreiber angemeldet. Die Elektroplanung selbst übernehmen wir nicht.

FERNWÄRME

Fernwärme oder Wärmepumpe: was zeigt der Wärmeplan?

Liegt das Gebäude in einem Gebiet, das der kommunale Wärmeplan für Fernwärme vorsieht, gehört der Anschluss in den Vergleich. Die Karte zeigt eine Richtung auf Stadtebene und keine Zusage für Ihr Grundstück. Beim Versorger wird geklärt, ob und wann ein Anschluss möglich ist; danach stellen wir ihn der Wärmepumpe gegenüber. Was der Münchner Wärmeplan für einzelne Gebäude aussagt, erklärt die Seite Wärmeplan München.

EIGENTÜMERGEMEINSCHAFT

Was muss die Eigentümerversammlung beschließen?

Der Umstieg auf eine zentrale Wärmepumpe ist in der Regel eine bauliche Veränderung, über die nach § 20 Absatz 1 WEG beschlossen wird. Wer die Kosten trägt, regelt § 21 WEG. Alle Eigentümer tragen sie nach ihren Anteilen, wenn der Beschluss mit mehr als zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen und der Hälfte der Miteigentumsanteile gefasst wurde und die Kosten nicht unverhältnismäßig sind. Gleiches gilt, wenn sich die Kosten in einem angemessenen Zeitraum amortisieren.

Der Beschluss braucht deshalb belastbare Zahlen zu Investition, Förderpfad und Betriebskosten, dazu den Vergleich mit dem Weiterbetrieb. Wir ordnen die technische Seite ein und liefern die Unterlagen für die Vorlage. Die rechtliche Prüfung des Beschlusses bleibt bei Verwaltung oder Anwalt. Wie wir Eigentümergemeinschaften darüber hinaus begleiten, steht unter Energieberatung für Eigentümergemeinschaften.

EINSTIEG UND PREISE

Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus: Kosten der Planung

Die Planung beginnt mit einer Stufe, die eine Entscheidung möglich macht. Weitere Leistungen werden erst danach beauftragt.

LeistungUmfangHonorar netto
Heizungskonzept kompakt (zwei Varianten, Kostenrahmen)bis 10 Wohneinheiten; wird bei Folgeauftrag angerechnetab 1.900 €
Heizungskonzept mit Beschlussvorlage (drei Varianten, Förderpfad, Vorlage für die Versammlung)bis 10 Wohneinheiten; wird bei Folgeauftrag angerechnetab 3.900 €
Heizlast raumweise und hydraulischer Abgleich nach Verfahren BMehrfamilienhaus bis 10 Wohneinheitenab 4.500 €
Angebotsprüfungje nach Umfang und Zahl der Angebote490 bis 2.500 €
Ausführungsplanung, Ausschreibung, Bauüberwachungnach Leistungsphasen und Umfangnach Angebot
Gebäude über 10 Wohneinheitennach Umfangnach Angebot

Warum wir Angebote vor dem Vertrag prüfen

Bei einer Wohnanlage mit 46 Wohnungen war ein Fenstertausch geplant, ausgeschrieben und ausgewertet. Erst dann fiel auf, dass das Lüftungskonzept fehlte. Weil das vor Vertragsabschluss erkannt wurde, konnten die Lüftungselemente noch ergänzt werden; nach Vertragsabschluss wäre daraus ein Nachtrag geworden. Bei einer Wärmepumpe prüfen wir aus demselben Grund gezielt Warmwasser, Schallschutz und Elektroanschluss. Worauf Eigentümer selbst achten können, beschreibt der Artikel Wärmepumpen-Angebot prüfen im Mehrfamilienhaus.

ABLAUF

Wie läuft die Planung ab?

  1. Heizungskonzept: Begehung, Varianten mit Kosten und Förderpfad, Vorlage für Beirat und Versammlung.
  2. Entscheidung: Beschluss der Gemeinschaft oder Entscheidung des Eigentümers.
  3. Planungsgrundlage: Heizlast, Heizflächen, Abgleich nach Verfahren B, Warmwasserkonzept.
  4. Ausschreibung: Ausführungsplanung und Leistungsverzeichnis für die Fachbetriebe.
  5. Vergabe: Angebotsprüfung und Vergabevorschlag.
  6. Bauüberwachung und Abnahme: Wir begleiten die Ausführung durch Ihren Fachbetrieb.

Aus unserer TGA-Planung: ein Wohn- und Geschäftshaus in Fürstenfeldbruck mit 12 Wohnungen und 2 Verwaltungseinheiten, Heizung, Lüftung und Sanitär in den Leistungsphasen 1 bis 7 (2024 bis 2026). Dazu kommen zwei Sechsfamilienhäuser in Fürstenfeldbruck mit Heizung, Lüftung und Sanitär in den Leistungsphasen 1 bis 8 (2022 bis 2024) und die Generalsanierung eines Wohnhauses in München mit 5 Wohnungen (2025).

ABGRENZUNG

Was diese Seite nicht abdeckt und was BBP nicht übernimmt

Wer Gasetagenheizungen ersetzen will, findet Leitungswege, Wohnungsstationen und den Variantenvergleich auf der Seite Heizungstausch im Mehrfamilienhaus. Die Kosten über 20 Jahre rechnet der Beitrag Gasetagenheizung: Kostenvergleich vor.

Wir verkaufen keine Geräte und empfehlen keine Marke. Montage, Inbetriebnahme und Einstellung werden vom Fachbetrieb übernommen, die Elektroplanung von einem Elektrofachplaner. Wir übernehmen die planerische Seite bis zur Abnahme.

HÄUFIGE FRAGEN

Fragen zur Planung der Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus

Ab wie vielen Wohnungen ist eine Heizlastberechnung Pflicht?

Ab sechs Wohnungen oder sonstigen selbständigen Nutzungseinheiten verlangt § 60c GModG nach dem Einbau einer Heizungsanlage einen hydraulischen Abgleich nach Verfahren B. Zu seinem Mindestinhalt gehört die raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1. Wir ordnen die technische Seite ein; eine Rechtsberatung ersetzt das nicht.

Brauchen wir für die Wärmepumpe eine Fußbodenheizung?

Nein, Heizkörper funktionieren, wenn ihre Fläche bei der geplanten Vorlauftemperatur ausreicht. Das zeigt die Rechnung je Raum. Oft müssen nur einzelne Heizkörper getauscht werden.

Was kostet die Planung einer Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus?

Das Heizungskonzept als Einstieg kostet bis zehn Wohneinheiten ab 1.900 € netto (kompakt) bzw. ab 3.900 € netto mit Beschlussvorlage, Heizlast und Abgleich nach Verfahren B ab 4.500 € netto. Ausführungsplanung, Ausschreibung und Bauüberwachung kalkulieren wir nach Angebot. Die Investition für die Anlage selbst lässt sich erst nach der Heizlast belastbar beziffern.

Reicht das Angebot des Heizungsbauers als Beschlussgrundlage?

Ein Angebot zeigt eine Lösung und ihren Preis. Für einen Vergleich braucht die Gemeinschaft Varianten auf derselben Grundlage, also Heizlast, Warmwasserkonzept und Leistungsbeschreibung. Liegen bereits Angebote vor, werden sie von uns für 490 bis 2.500 € netto je nach Umfang geprüft.

Wie laut darf die Wärmepumpe nachts sein?

Die TA Lärm setzt nachts 40 dB(A) im allgemeinen und 35 dB(A) im reinen Wohngebiet an, gemessen am maßgeblichen Immissionsort. Ob ein Standort das einhält, hängt von Gerät, Abstand und reflektierenden Flächen ab und wird vor der Bestellung geprüft.

Muss die Wärmepumpe beim Netzbetreiber angemeldet werden?

Ja, bei mehr als 4,2 kW Anschlussleistung gilt sie nach § 14a EnWG als steuerbare Verbrauchseinrichtung. Die Anmeldung übernimmt in der Regel der Elektrofachbetrieb; wir liefern die Leistungswerte dafür.

Wie lange dauert das Heizungskonzept?

Es dauert meist vier bis sechs Wochen nach der Begehung, wenn die Unterlagen vollständig sind. Danach kann die Vorlage in Beirat und Versammlung gehen.

Quellen: DIN EN 12831-1:2017-09; DIN/TS 12831-1:2020-04; DIN EN 12831-3:2017-09; DVGW-Arbeitsblatt W 551; Umweltbundesamt, Ad-hoc-Papier Trinkwarmwasserkonzepte, 01.11.2023; TA Lärm Nr. 6.1; LAI-Leitfaden zum Schutz gegen Lärm bei stationären Geräten, 28.08.2013; § 14a Energiewirtschaftsgesetz; §§ 20 und 21 Wohnungseigentumsgesetz; § 60c Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); VDI 4645; ZVSHK-Fachregel „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand“, April 2022. Stand: Oktober 2026. Fachliche Einordnung, keine Rechtsberatung.

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