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Lüftungskonzept nach DIN 1946-6

Wer stellt den Feuchteschutz sicher, wenn neue Fenster dichter sind als vorher?

Energieaudit nach DIN EN 16247-1 für Unternehmen

Fachlich geprüft und aktualisiert: Juli 2026

Typische Ausgangssituationen

Neue Fenster verringern die Infiltration

Nach der Sanierung sinkt der unkontrollierte Luftwechsel und der Feuchtehaushalt des Gebäudes verändert sich.

Der nutzerunabhängige Feuchteschutz ist unklar

Fensterlüftung kann für bestimmte Anforderungen nicht als dauerhaft verfügbare Lösung angesetzt werden.

Das geeignete Lüftungssystem ist offen

Freie, dezentrale oder zentrale Systeme müssen zu Nutzung, Schall, Luftwegen und baulichen Randbedingungen passen.

Wann sollte ein Lüftungskonzept geprüft werden?

  • bei Neubauten
  • beim Austausch eines relevanten Anteils der Fenster
  • bei Dach- oder Fassadensanierungen
  • bei Änderungen der Luftdichtheit
  • beim Ausbau von Dachgeschossen
  • bei Grundrissänderungen
  • bei Schimmel- oder Feuchteproblemen
  • bei Sanierungen zu einem Effizienzhaus
  • bei der Planung von Lüftungsanlagen.

Ob und in welchem Umfang ein Konzept erforderlich ist, hängt vom konkreten Gebäude und der Maßnahme ab.

Was wird untersucht?

Gebäudedaten und Nutzungseinheiten

Flächen, Raumzuordnung, Belegung, Lage und bauliche Randbedingungen werden erfasst.

Luftdichtheit und Infiltration

Die voraussichtliche Luftdurchlässigkeit der Gebäudehülle wird eingeordnet.

Feuchteschutz

Es wird geprüft, welcher Luftvolumenstrom unabhängig vom aktiven Fensteröffnen erforderlich ist.

Lüftungsstufen

Je nach Konzept werden die relevanten Lüftungsstufen und erforderlichen Außenluftvolumenströme betrachtet.

Lüftungssysteme

Mögliche Lösungen reichen von freien Lüftungssystemen bis zu ventilatorgestützten Zu-, Ab- oder Zu-/Abluftsystemen.

Überströmung und Luftwege

Zuluft-, Abluft- und Überströmbereiche müssen technisch zusammenpassen.

Mögliche Ergebnisse

  • Prüfung der Notwendigkeit lüftungstechnischer Maßnahmen
  • Festlegung des Lüftungssystems
  • erforderliche Luftvolumenströme
  • Raum- und Nutzungseinheitenzuordnung
  • Anforderungen an Außenluftdurchlässe
  • Anforderungen an Überströmung
  • Hinweise zu Schall, Brandschutz und Wartung
  • Grundlage für eine weiterführende Lüftungsplanung.

Das 2025 veröffentlichte Beiblatt 1 ergänzt die Norm mit Anwendungsbeispielen für typische Wohngebäude und Lüftungssysteme.

Ablauf

1. Gebäude und Maßnahme erfassen

Nutzungseinheiten, Flächen, Fenster, Luftdichtheit und geplante Sanierung werden aufgenommen.

2. Feuchteschutz prüfen

Der nutzerunabhängig erforderliche Luftvolumenstrom wird ermittelt.

3. System und Luftwege festlegen

Außenluft, Abluft, Überströmung und geeignete freie oder ventilatorgestützte Lösungen werden abgestimmt.

4. Konzept dokumentieren

Sie erhalten Luftvolumenströme, Systemanforderungen und Grundlagen für eine weiterführende Lüftungsplanung.

Abgrenzung der Leistung

Ein Lüftungskonzept legt Anforderungen und geeignete Lösungswege fest. Die vollständige Fachplanung, Ausschreibung und Ausführungsüberwachung einer Lüftungsanlage sind gesonderte Leistungsstufen.

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Persönlich verantwortlich für die technische Qualität

über 30 Jahre Erfahrung im Bauwesen
Energieauditor und Energieeffizienz-Experte für Wohn- und Nichtwohngebäude
Dozent und Mitglied im Prüfungsausschuss der HWK München und Oberbayern

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Fachlich verantwortet von Dmitri Berdnikow, M.Eng.

Gebäudeenergieberater für Wohn- und Nichtwohngebäude, Energieauditor nach DIN EN 16247-1, Fachplaner für technische Gebäudeausrüstung sowie Dozent und Mitglied im Prüfungsausschuss der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Über 30 Jahre Erfahrung im Bauwesen und mehr als 100 bearbeitete Projekte.

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Häufige Fragen

Bedeutet ein Lüftungskonzept automatisch eine zentrale Lüftungsanlage?

Nein. Das Konzept prüft zunächst den erforderlichen Luftwechsel. Abhängig vom Gebäude können freie, dezentrale oder zentrale Systeme geeignet sein.

Reicht regelmäßiges Fensteröffnen aus?

Für bestimmte Anforderungen, insbesondere den nutzerunabhängigen Feuchteschutz, kann alleinige Fensterlüftung nicht ausreichend angesetzt werden.

Wird auch die Anlage geplant?

Die Erstellung des Konzepts und die vollständige Fachplanung einer Lüftungsanlage sind unterschiedliche Leistungsstufen.

Kann ein Lüftungskonzept Schimmel verhindern?

Es reduziert Planungsrisiken, kann aber keine Garantie gegen sämtliche Feuchte- oder Schimmelschäden geben. Auch Wärmebrücken, Baufeuchte, Nutzung und Ausführung spielen eine Rolle.

Dichtere Gebäude brauchen eine geplante Lüftungsstrategie

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